Übertr. Joachim Schickel

Poetry of Mao Tse-tung

Herbst 1925

Ch’ang-sha

By | 2026-05-14

Allein; steh im kalten Herbst:
Hsiang, der nordwärts fließt,
Orangeninsel, das Kap.
Seh zehntausend Berge, rotes Rund,
sich türmenden Wald, verfärbt;
breit der Fluß, Jadeschein,
hundert Boote auf Wettfahrt.
Adler stoßen hoch in den Raum,
Fische schweben am seichten Grund –
zehntausend Arten, unterm Frosthimmel
streitend für Freiheit.

Verdrossen der Öde,
frag ich die blaue Weite, die große Erde:
Wer meistert das Auf und Ab?

Kam mit hundert Gefährten einst her.
Gedanken an damals: stolzer Jahre, Monate Fülle.
Allesamt Lernende, junge Leute,
aufrichtig, aufrecht;
erregbar aufs stärkste.
Mit Fingern zeigend: China,
„Nieder!“ „Bravo!“ die Schriften,
ein Dreck ihrerzeit die Hochgestellten.
Erinnert ihr euch:
inmitten der Strömung Schläge ins Wasser,
die Wellen, hemmend den Flug des Boots?

Category: Allgemein

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